Beckenboden und Wechseljahre der Frau

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Auch die Wechseljahre haben Einfluss auf den Beckenboden.

Mit etwa Mitte bis Ende 40 beginnen bei den meisten Frauen die Wechseljahre. Die Wechseljahre stehen für einen hormonellen Umbau des gesamten Systems mit allen damit verbundenen Konsequenzen, sie wirken sich bei Frauen auch auf die generelle Wahrnehmung der Welt aus. Körperlich machen sie sich ebenfalls in der  Beckenbodenmuskulatur bemerkbar. Sie verliert an Kraft und braucht jetzt mehr Aufmerksamkeit, so wie der gesamte Körper mit zunehmendem Alter mehr Training und Pflege benötigt, um gesund und fit zu bleiben. In den Wechseljahren kann eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Inkontinenz auftreten, die zusätzlich durch das Erschlaffen des Bindegewebes der Harnblase begünstigt wird. Die Kraftquelle „Beckenboden“ in den Wechseljahren nutzen darf die Devise sein!

Du und dein Selbst

Wie gut, dass in diesem Lebensabschnitt mehr Raum für „Selbst-Besinnung“ möglich ist. Die Fürsorge für alles im Außen darf und kann zurückgenommen werden und du selbst stehst in deinem Mittelpunkt. Dazu darfst du als erstes den Wunsch nach mehr Raum für dich erlauben und dich dann selbst ermächtigen, aus deiner alten Rolle als „Ich“ in das „Selbst“ herauskommen wie ein Schmetterling aus der Raupe. Auf allen Ebenen – körperlich, geistig, seelisch – braucht es einen fokussierten Umgang mit deinem Selbst. Kurz: Entwickle ein neues „Selbst-Bewusst-Sein“. Das bedeutet auch, neue Gewohnheiten, Rhythmen und Rituale zu entwickeln. Nimm dir vor allem Zeit für deine goldene Mitte, dein Beckenboden ist mit entscheidend für diese Transformation. Jetzt die Beckenbodenmuskeln zu trainieren, wirkt sich nicht nur positiv auf deine Kontinenz und körperliche Befindlichkeit aus, sondern stärkt auch dein Selbstbewusstsein. Ein gesunder Beckenboden richtet dich in deiner Gesamtheit auf, du hast ein strahlenderes Auftreten.

Atmung und Bewegung

Spätestens jetzt solltest du dich regelmäßig sportlich betätigen: Vermehrt solltest du dich um dein Herz-Kreislauf-System kümmern, etwas ruhiger kannst du es in Bezug auf deine Kraft und deine Flexibilität angehen lassen. Auch deine Koordinationsfähigkeit soll gerne gefordert sein. Bei der Auswahl der Sportarten sollte der Nutzen für deinen Beckenboden entscheidend sein. Aus ganzheitlicher Sicht wird er auch durch die Art und Weise deiner Atmung beeinflusst. Mach dir bewusst, dass dein Zwerchfell als aktiver Atemmuskel und dein Beckenboden in ständiger Beziehung stehen. Yoga ist eine ideale Methode, um all diese Anforderungen zu erfüllen.

Sexualität

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Sexualität erfordert zumindest auf der körperlich funktionalen Ebene bei allen Geschlechtern einen gesunden Beckenboden. Wir Frauen können uns durch Aktivierung der Beckenbodenmuskeln selbst stimulieren und erleben den Orgasmus leichter und intensiver.

Außerdem kannst du mit einer trainierten Vaginalmuskulatur aktiv die Erektion unterstützen, falls dein Partner unter Erektionsproblemen leidet. Die entscheidende Ursache für eine Erektionsschwäche basiert jedoch oft auf seiner eigenen schwachen Beckenbodenmuskulatur. Erektionsprobleme treten auch häufig zusammen mit einer Prostataproblematik in den Wechseljahren des Mannes auf.

Da die weibliche Beckenbodenmuskulatur außer durch Anforderungen durch Schwangerschaften und Geburten und altersbedingten Verschleiß auch durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren schwächer wird, ist Training als Basis für ein befriedigendes sexuelles Erleben so wichtig.

Ich biete eine Produktpalette von effektiven Trainingshilfen für Frauen und Männer an, die nach meinen eigenen Vorstellungen entwickelt wurden und als Medizinprodukte zertifiziert sind.

Ernährung

Auch deine Ernährung beeinflusst deinen Beckenboden. Während der Wechseljahre besteht eine erhöhte Möglichkeit der Gewichtszunahme, da der Grundumsatz an Kalorien sinkt. Dein Körpergewicht wird zu einem nicht unerheblichen Anteil von deiner Beckenbodenmuskulatur getragen. Da sie eh durch die hormonelle Umstrukturierung weicher und weniger kräftig ist, solltest du Übergewicht möglichst vermeiden. Deshalb ist es sinnvoll, Ernährungsgewohnheiten zu reformieren. Noch wichtiger als in jüngeren Jahren sind pflanzliche Nahrungsmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kerne, Samen und Vollkornprodukte. Keine Angst – auch die lassen sich außerordentlich lecker zubereiten! So kommt das Gefühl von Verzicht nicht auf, auch wenn du auf sogenannte Genussmittel wie Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten und auch tierische Produkte eher seltener zurückgreifen solltest. Gelegentliche sogenannte „cheat days“ – das sind Tage, an denen du dir deinen Heißhunger erlaubst, auf was auch immer – sind natürlich möglich. Diese Tage solltest du frei von schlechtem Gewissen genießen.

Energie und Dynamik

So wie in den Wechseljahren der Grundumsatz deines Stoffwechsels sinkt, du also in längerer Zeit weniger Energie bzw. Kalorien verbrauchst, ändern sich in allen Lebensbereichen die Energie und die Dynamik. Du kannst dich also körperlich den Ausdauersportarten zuwenden und analog dazu geistig zu einer höheren Gelassenheit finden. Auch in der Sexualität weicht das schnelle und brennende Begehren dem bewussten, sinnlichen Er-Leben.

Zusammengefasst

Deine Fürsorge für dich selbst sollte in deinen Wechseljahren zunehmen und die Beschäftigung mit dir selbst mehr Raum und Zeit einnehmen, als es dir vielleicht in früheren Lebensabschnitten möglich war. Diese neue Haltung sollte aber nicht in Egozentrik enden, sondern in einem neuen „Selbst-Bewusst-Sein“ anstelle von mangelndem Selbstwertgefühl. Damit kannst du ebenso wertvoll für andere sein wie in deiner früheren Rolle, wenn nicht gar wertvoller. In dir stecken ungeahnte Fähigkeiten und Ressourcen, die genutzt werden möchten. Es gibt noch so viel zu entdecken!

Ich möchte dich gerne unterstützen, die Möglichkeiten, die dir diese Lebensphase naturgemäß schenkt, zu erkennen und die sich ergebenden Chancen auf ein Leben in Balance mit großer Gelassenheit, viel Freude und neuer Sinnlichkeit zu ergreifen.

Finde den Mut und mach dich auf den Weg!